Dann wollen wir mal…

Vor einiger Zeit kündigten wir den Start unseres neuen wikifolios „Unlimited Opportunities“ an. Wie es immer so ist, können tausend Dinge zwischen Dir und Deinem Ziel stehen. Bei uns war es zuletzt das Hochwasser, das unseren Fokus für ein paar Wochen in eine komplett andere Richtung zwang. Bis auf einen überschaubaren und planbaren zukünftigen Zeiteinsatz sollte aber auch die Baustelle erst einmal geschlossen sein. Ab jetzt geht der Blick wieder auf die Charts anstatt auf die Lagekarte…

Momentan ist es nicht einfach das Depot „mal eben so“ zu füllen. Zu viele Unwägbarkeiten stehen im Raum. Zieht die Konjunktur doch nicht so stark an wie erwartet? Werden Anleihekäufe zukünftig reduziert? Stehen vielleicht doch schon bald Zinserhöhungen an? Wird ein politisches Linksbündnis der Wirtschaft schaden? Fragen über Fragen.

Korrektur voraus?

Hinzu kommt eine gefährliche Gemengelage im Sentiment. Investoren und Anleger sind investiert und warten auf weitere Gewinne. Es wird also im Moment mangels weiteren liquiden Mitteln sowohl wenig gekauft, als auch in Erwartung weiterer Gewinne wenig verkauft. Ablesbar ist das am aktuell niedrigen Handelsvolumen und dem geringen Anteil an Put-Optionen, mit denen Investoren ihre Investments gewöhnlich absichern. Andererseits weiß man aber auch, dass bedingt durch die oben genannten Unwägbarkeiten eine Korrektur anstehen könnte. Wird hier auf der Verkäuferseite eine „kritische Masse“ erreicht, kann diese Korrektur sehr deutlich ausfallen, weil die Mehrzahl der Börsenteilnehmer versuchen wird ihre bisherigen Gewinne nicht wieder abzugeben und deshalb ihre Positionen glattstellen wird – vor allem dann, wenn auf eine Absicherung der Positionen mittels Optionen verzichtet wird.

Stabile Trends bei geringer Volatilität

Für mittelfristig angelegte Aktienpositionen ist das keine gute Basis. Dennoch gibt es Möglichkeiten in diesem Bereich zu investieren. Wichtig ist hier die Auswahl der Titel. Auch in einem Korrekturmarkt finden sich immer wieder Titel, die weniger betroffen sind oder sich schneller erholen. Eine gute Grundlage bietet der Blick auf Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit sich in starken Trends und Megatrends wiederfindet.

Wir erachten zwei dieser Trends als chancenreich und haben jeweils eine erste Position in den Bereichen Halbleiter und Wasser aufgebaut.

Globaler Halbleitermangel

Der aktuelle Chipmangel wird sich voraussichtlich bis weit in das kommende Jahr erstrecken. Weitere Fertigungsanlagen sind zwar in Planung bzw. im Bau, die Errichtung dieser Anlagen ist aber teuer und zeitintensiv. Während Chip-Produzenten zwar nicht ad-hoc ihre Produktion erhöhen können, profitieren sie doch von den steigendenden Preisen. Durch sich ebenfalls erhöhende Preise für die Rohstoffe ist dieser Mehrertrag jedoch limitiert. Etwas „einfacher“ haben es da die Zulieferer und Ausstatter, die die Technologie für die Fertigung der Chips zur Verfügung stellen. Sie profitieren von den Investitionen in neue Fertigungsanlagen.

Die Global Player in diesem Markt sind bekannt, sowohl bei den Fertigern, wie auch bei den Ausstattern. Auch hier gibt es aber gelegentlich unterschiedlich dynamische Entwicklungen. Glätten kann man das durch ein Investment in einen geeigneten ETF. Wir haben uns für den VanEck Vectors Semiconductor UCITS ETF entschieden. Dieser spannt seinen Investmentradius noch etwas weiter und investiert in Halbleiter-Elektronik und Halbleiter-Ausstattung. Zu den Top-Investments gehören unter anderem Nvidia, ASML, Taiwan Semiconductor, Intel, Qualcomm und AMD.

Wasseraufbereitung und Wasserinfrastruktur

Wasser ist einer der wichtigsten Rohstoffe unseres Planeten und gewinnt auch aufgrund des Klimawandels zunehmend an Bedeutung. Auch bei einem Investment in Wasser kann man sich einzelner Titel bedienen oder eines börsengehandelten Indexfonds.

Entschieden haben wir uns für den Lyxor World Water (DR) UCITS ETF. Die Geschäftsmodelle der Top-Investments dieses ETFs sind bekannt. Neben einigen namenhaften US-Unternehmen aus den Bereichen Wasser- und Abwasserinfrastruktur, Wasseraufbereitung und weiterer individueller Services für den privaten und gewerblichen Verbraucher finden sich hier auch europäische Unternehmen wie der Sanitärtechnikanbieter Geberit und der Umweltdienstleister Veolia Environnement.

Mittelfristiger Handelsansatz und Diversifizierung

Die bis jetzt gekauften Positionen können in der Zukunft noch aufgestockt werden. Insbesondere der Bereich Wasser ist aus unserer Sicht recht risikoarm und wenig volatil. Bei der Entscheidung Einzeltitel versus ETF fiel unsere Wahl auf die ETFs, da diese von Hause aus eine breite Diversifizierung mit sich bringen.

Einzeltitel könnten zwar zu einer besseren Performance führen, bringen aber auch ein höheres Risiko mit sich. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass wir diese Position mittelfristig halten wollen, ist uns die Diversifizierung und die Reduzierung des Risikos und der Volatilität wichtiger als das letzte Prozent Performance.