Wie gefährlich sind Optionsscheine?

Im folgenden Beitrag möchten wir nicht den Eindruck erwecken, dass der Handel mit Optionsscheinen nicht mit Risiken behaftet ist. Durch ihre Ausgestaltung erlauben Optionsscheine es dem Trader deutlich höhere Risiken einzugehen als mit einem vergleichbaren Aktieninvestment. Aber genau das ist der Punkt: Nicht der Optionsschein verursacht von Hause aus ein Risiko. Es ist und bleibt der Trader, der über die Höhe des Risikos entscheidet.

Heute brach die Aktie der Merck KGaA überraschend um rund 6 Prozent ein. Eigentlich ist Merck recht gut unterwegs. Der Chart zeigt einen Aufwärtstrend. Im laufenden Jahr konnte der Titel schon mehr als 50 Prozent zulegen. Die heutige Abwärtsbewegung kam aus heiterem Himmel und war in dieser Höhe für den eher gering volatilen Titel schon bemerkenswert. Eine Recherche zu der Ursache ergab zunächst kein Ergebnis. Normalerweise lässt man von solchen ungeklärten Szenarien die Finger. Vielleicht erholt sich der Titel wieder, vielleicht fällt er auch noch weitere 20 Prozent. Wer weiß das schon. 

Lassen Sie uns mal etwas rechnen



Der Kurs der Aktie Aktie steht nach dem Einbruch bei etwa 200 Euro. Um es einfach zu machen, rechnen wir mit diesem Wert. Wenn Sie 12 Aktien kaufen, sind Sie mit 2.400 Euro investiert. Fällt der Kurs weiter auf sein Tief im Juni, verlieren Sie 60 Euro pro Aktie, in Summe also 720 Euro. Selbstverständlich nur dann, wenn Sie bis dahin die Position gehalten haben und noch immer auf Besserung hoffen. Haben Sie die Position glattgestellt, haben Sie bereits einen Realverlust verbucht.

Steigt der Kurs von 200 Euro auf das letzte Hoch bei 220 Euro, gewinnen Sie 240 Euro. Steigt der Kurs auf 240 Euro, gewinnen Sie 480 Euro. Bei einem Kursanstieg auf 260 Euro betrüge Ihr Gewinn 720 Euro.

Angesichts der Tatsache, dass Sie nicht wissen, welche Kräfte hier gerade an dem Titel zerren und in welche Richtung sich das entwickelt, ist dieses Investment ein gewagtes und riskantes Unterfangen.

Ivestment mit einem Optionsschein

Risiken lassen sich in den meisten Fällen managen. Der klassische Aktieninvestor bedient sich häufig eines Stop-Losses, um den Verlust zu begrenzen und die Position glattzustellen, bevor sie zu viel Schaden anrichtet. 

Der versierte Derivatehändler, der sich eines Standard-Optionsscheines bedient, kann diese Überlegung oft vollkommen außer acht lassen. Sein Risiko ist immer maximal die Prämie, die er für den Kauf des Optionsscheines bezahlt hat.

Wir haben uns für den Kauf eines Standard-Call-Optionsscheines entschieden. Der Basispreis ist 200 Euro. Zum Zeitpunkt des Kaufs notiert der Schein am Geld. Da wir gerne Einzelpositionsgrößen von rund 2,5 Prozent des Depotkapitals handeln, wollen wir so viele Optionsscheine kaufen, dass die Investition einem Aktieninvestment in Höhe von etwa 2.500 Euro entspricht.

Der Kurs der Aktie notiert mittlerweile bei 204 Euro. Wir müssen zumindest für die Optionsscheine ab hier mit diesem Wert rechnen, weil das unser tatsächlicher Einstiegspreis ist. Bei dem vergleichsweisen Aktieninvestment, gehen wir weiterhin von 200 Euro aus. Das stellt das Aktieninvestment etwas besser, aber das ist vernachlässigbar. Entsprechend dieser Rechnung müssen also 12,25 Aktien erworben werden. Unser Optionsschein hat ein Bezugsverhältnis von 10:1. Das bedeutet, dass 10 Optionsscheine benötigt werden, um später eine Aktie kaufen zu können. Vergleichbar  mit dem Erwerb von 12.25 Aktien ist deshalb der Kauf von 122 Optionsscheinen. Ein Optionsschein kostet 2,31 Euro. Wir investieren also rund 282 Euro.

Was passiert bei sich verändernden kursen?

Die folgenden Berechnungen werden mit einem Optionsscheinrechner durchgeführt. Es handelt sich hierbei immer um angenäherte Werte. Die Berechnung einer Optionsscheinprämie unterliegt mehreren, sich dynamisch verändernden Variablen, wie zum Beispiel auch der impliziten Volatilität. Diese ist heute noch nicht bekannt. Deshalb ist schon aus diesem Grund nur eine Schätzung der Optionsscheinprämie in der Zukunft möglich. Dennoch kann man sich an diesen Werten sehr gut orientieren.

Fällt der Kurs bis zum 31.12.2021 auf das letzte Tief bei etwa 180 Euro, reduziert sich der Wert unserer Optionsscheine um etwa 157 Euro. Fällt der Kurs auf das Juni-Tief, verlieren wir etwa 265 Euro, was schon nahezu einem Totalverlust entspricht. Schauen Sie nochmal nach oben: Ein Aktieninvestment hätte hier bereits 720 Euro verloren. Der Einsatz eines Optionsscheines verringert das Risiko in diesem Fall um den Faktor 2,7. Mehr als die Prämie kann nicht verloren gehen. Deshalb ist das Risiko klar definiert und ein Stop-Loss ist in unserem Fall überflüssig.

Steigt der Kurs bis zum 31.12.2021 auf 220 Euro, weisen die Optionsscheine einen Gewinn von etwa 103 Euro auf. 12 Aktien hätten bis dahin 240 Euro verdient. Der Gewinn wäre also um Faktor 2,3 höher. Steigt der Kurs im gleichen Zeitraum auf 260 Euro, verdienen die Optionsscheine rund 480 Euro, während die Aktien 720 Euro verdienen würden. Das Aktieninvestment wäre nur noch um den Faktor 1,5 profitabler. Mit Blick auf einen Kurs von 180 Euro im Basiswert wäre es aber um Faktor 2,7 riskanter!

Warum ist der Optionsschein das bessere Instrument?

Ein verantwortungsvoller Händler stellt immer das Risiko in den Vordergrund. Verluste zu vermeiden oder zu begrenzen hat immer Vorrang vor Performance. Unterm Strich zahlt sich das aus. Je weniger Verlust produziert wird, umso weniger muss auf der anderen Seite verdient werden, um eine angemessene Gesamtperformance zu erreichen.

Einer der wichtigsten Entscheidungsgründe für einen Standard-Optionsschein ist, dass dieser nicht ausgestoppt werden kann. Selbst wenn der Kurs des Basiswertes mehrere Wochen oder Monate massiv abstürzt, bleibt der Standard-Optionsschein innerhalb seiner Laufzeit im Rennen.

Der von uns für diese Position gewählte Optionsschein läuft bis Dezember 2022. Steigt der Kurs des Basiswertes bis dahin auf etwa 223 Euro, beträgt der innere Wert des Optionsscheines etwa die gezahlte Prämie.  Da der Optionsschein einen Basispreis von 200 Euro hat und das Bezugsverhältnis 10:1 ist, berechtigen uns jeweils 10 Optionsscheine zum Erwerb einer Aktie zu einem Preis von 200 Euro. Wir besitzen 122 Optionsscheine und können dafür 12,2 Aktien für jeweils 200 Euro erwerben, um diese anschließend für 223 Euro zu verkaufen. Hierbei würden wir rund 280 Euro verdienen, was die beim Kauf gezahlte Prämie in Höhe von 282 Euro etwa kompensiert. Selbstverständlich muss dies technisch nicht so durchgeführt werden. Die Beschreibung des Vorgangs dient lediglich der bessern Verständlichkeit. Tatsächlich wird durch den Emittenten des Optionsscheines lediglich ein Barausgleich durchgeführt der zu einem Verlust von 2 Euro führen würde.

Kommen wir zurück zum Anfang. Zu einer plötzlich billigen Aktie, bei der nicht klar ist, warum sie plötzlich so billig geworden ist, die man aber eigentlich jetzt gerne kaufen möchte, bevor der Preisvorteil wieder verloren geht. Mit einem Standard-Optionsschein kann das Risiko absolut zuverlässig gemanagt werden. Ob und wie weit der Basiswert noch abtaucht ist vollkommen egal. Das Risiko beschränkt sich immer nur auf die gezahlte Prämie. Ein Stopp-Loss muss bei entsprechender Risikokalkulation nicht gesetzt werden. Der Standard-Optionsschein bleibt bis zur Fälligkeit im Rennen. Auch wenn er zwischenzeitlich wertlos werden sollte, kann er bis zur Fälligkeit jederzeit wieder in den Gewinn laufen.

Werden Optionsscheine richtig und verantwortungsvoll eingesetzt, können sie Risiken reduzieren. Auch an dieser Stelle empfehlen wir den Blick in den Download-Bereich. Interessierte Leser finden hier alles, was man über Optionsscheine wissen sollte.

 

Öl ist Trumpf!

Heute haben wir uns unter anderem für den Kauf eines Standard-Call-Optionsscheines auf den Basiswert Oil WTI Light Crude Future Dec 2022 entschieden. Ein paar Gedanken dazu möchten wir Ihnen gerne in diesem Beitrag erläutern. Wenn Sie tiefer in das Thema Optionsscheine einsteigen möchten, empfehlen wir Ihnen einen Blick in unseren Download-Bereich.

Aktuell ist die Investitionsbereitschaft der führenden Ölkonzerne in weitere Öl- oder Gas-Projekte eher gering. Ein Grund hierfür ist, dass von den momentan erzielten Gewinnen zumindest bei westlichen Ölkonzernen ein Großteil in den Ausbau der erneuerbaren Energie fließen soll. Dies geht zulasten neuer Explorationsprojekte und kann damit zukünftig zu rückläufigen Förderquoten führen. Auch die OPEC erweckt im Moment nicht den Anschein die Förderquoten über das bekannte Maß hinaus signifikant erhöhen zu wollen. Sowohl der Investitionswille der westlichen Ölkonzerne, wie auch die Förderquoten der OPEC können sich zukünftig selbstverständlich noch einmal ändern. Vorerst sollte es aber bei einer Ölknappheit bleiben.

Unsere Wahl: Ein Optionsschein

Hier setzen wir mit dem von uns gekauften Optionsschein an. Der letzte Bewertungstag ist der 16. November 2022. Das Omega liegt bei etwa 4,6. Das bedeutet, sofern sich weitere Parameter zur Berechnung der Optionsscheinprämie nicht verändern, wird sich der Wert unseres Investments theoretisch um rund 4,6 Prozent verändern, wenn der Basiswert sich um ein Prozent verändert.

Der Vorteil eines Standardoptionsscheins ist, dass er in der Zeitspanne bis zum letzten Bewertungstag bei einer Kursbewegung in die falsche Richtung zwar nahezu wertlos werden kann, dabei aber nicht ausgestoppt wird, wie das zum Beispiel bei einem Turbo-Optionsschein mit Knock-Out-Schwelle der Fall wäre. Läuft der Kurs des Basiswertes wieder in die richtige Richtung, gewinnt der Standard-Optionsschein wieder an Wert und hat jederzeit die Chance noch in den Gewinn zu laufen. Das Risiko des Investments ist auf die investierte Prämie, also den Kaufpreis der Optionsscheine begrenzt. In diesem Fall sind das 0,5 Prozent des aktuellen Depotwertes.

Mögliches Entwicklungspotential

Steigt der Ölpreis (gemeint ist hier der Preis des Basiswertes Oil WTI Light Crude Future Dec 2022) in der kalten Jahreszeit bis Ende März von aktuell rund 72 USD auf 100 USD, würde sich theoretisch der Wert des Investments mehr als verdreifachen. Einige Experten halten einen Anstieg auf 120 USD für möglich. Sollte das nicht eintreten, verlieren wir im schlimmsten Fall unseren „Einsatz“ in Höhe von 0,5 Prozent des Depotwertes. Mit Blick auf die mögliche Chance ist dies ein überschaubares Risiko.

Währungsrisiko und Währungschance

Ein weiterer Faktor kann den Wert unseres Investments positiv aber auch negativ beeinflussen: Der Wechselkurs des EUR/USD. Der Basiswert wird in US-Dollar gehandelt, der Optionsschein in Euro. Auch hier könnte es für unser Investment einen positiven Effekt geben. In den USA beginnt das Tapering. Auch Zinserhöhungsphantasien spielen hier eine Rolle. Derzeit sind in den USA zwar vorerst keine weiteren Zinserhöhungen angedacht, aber wie die jetzt vorgezogene Reduzierung der Anleihekäufe, kann sich auch diese Absicht ändern.

Steigen die Renditen in den USA schneller als in Europa, wertet der Euro gegenüber dem US-Dollar ab. Das bedeutet, dass der Basiswert des Optionsscheines an Wert gewinnt. Diese Wertveränderung wirkt sich im Falle einer Euro-Abwertung positiv auf die Optionsscheinprämie aus. Aktuell liegen die Renditen in den USA bereits über den europäischen Renditen und „ziehen“ Kapital aus dem Euro in den US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hingegen sendet derzeit keine Signale für eine baldige Zinsanpassung.

Wie dem auch sei. Niemand kann in die Zukunft schauen. Aber wir sind der Meinung, dass wir mit der heute gekauften Position eine gute Chance auf eine positive Entwicklung haben.

 

Endlich investierbar!

Es ist soweit: Ab sofort können Sie in unser wikifolio Unlimited Opportunities investieren. Der Start erfolgt in einer „verrückten“ Zeit. Auf der einen Seite mahnen Konjunktur- und Inflationssorgen zur Vorsicht, auf der anderen Seite rufen Märkte auf Rekordniveau nach einem „All In“. Bei aller Euphorie gilt es jetzt den Bezug zur Realität nicht zu verlieren. Performance ist keine Momentaufnahme.

Als sei das alles nicht genug, überschlagen sich im aktuellen Berichtsquartal auch noch die Prognoseanhebungen zahlreicher Unternehmen. Für den Laien scheint hier die Sonne: Höchstkurse, Aufwärtstrends, starke Quartalszahlen und bessere Prognosen. Wer investiert ist, verdient Geld. Viele Profis auf der Seite der institutionellen Anleger sehen die aktuelle Gemengelage etwas kritischer und haben den Finger stehts am Abzug. Deuten sich fallende Kurse an, werden Positionen regelmäßig sehr schnell glattgestellt. Das Nachsehen haben oft die Privatanleger.

WIE HANDELN WIR UNSER WIKIFOLIO?

Wir tun es gerne den Profis gleich und schauen mit einem Auge auch immer auf die möglichen Risiken. Unsere Cash-Quote ist derzeit sehr hoch. Ein Teil unseres Investments besteht aktuell aus ETFs. Diese bieten den Vorteil einer breiten Diversifizierung bei gleichzeitiger Konzentration auf ein Thema. Im Vergleich zu einem „perfekt ausgesuchten“ Einzeltitel wird ein ETF immer weniger gut performen. Andererseits glättet ein ETF die möglichen Kursverluste einzelner Titel. Hinzu kommt, dass über einen ETF ein Zugriff auf Titel bestehen kann, die auf andere Weise im wikifolio nicht gehandelt werden könnten.

Zur Zeit sind wir unter anderem im  iShares MSCI India UCITS ETF investiert. In Puncto Wirtschaftswachstum gehen Schätzungen derzeit davon aus, dass Indien in diesem und im nächsten Jahr weltweit den Spitzenplatz belegen wird. Davon soll auch unser wikifolio profitieren. Die Schwerpunkte des ETFs liegen in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Technologie und Energie.

Ein weiteres Investment halten wir im Lyxor World Water UCITS ETF. Hier setzen wir auf die positive Entwicklung eines Portfolios von Unternehmen, die in den Bereichen Wasserinfrastruktur, Versorger oder Wasseraufbereitung tätig sind und mindestens 40% ihrer Einnahmen aus wasserbezogenen Aktivitäten erzielen. Zunehmende Wasserknappheit und ein steigender Bedarf sollten diesem Investment ebenso Auftrieb verschaffen können, wie die erforderlichen Investitionen in die Wasser-Infrastruktur, von der Gewinnung, über den Transport bis hin zur Reinigung.

Darüber hinaus investieren wir in Rohstoffe wie Aluminium, Kupfer, Nickel und Zink. Der Einstieg erfolgte hier recht spät, was zur Folge hatte, dass die Positionen momentan leicht im Verlust stehen. Für eine mögliche Fortsetzung der Rohstoffrallye sprechen gleich mehrere Faktoren. Zum einen trifft ein knappes Angebot auf eine große Nachfrage, zum anderen ist die Produktion von zum Beispiel Aluminium sehr energieintensiv. Im Umfeld steigender Energiepreise und teilweiser Rationierung von Strom, wie sie aktuell in China an der Tagesordnung ist, liegt hier ein doppelter Beschleuniger für weiter steigende Preise vor. Ebenfalls muss aber beachtet werden, dass auch bei durchaus positiven Aussichten auf einen weiteren Preisanstieg die Volatilität nicht unerheblich sein kann. Um dem Rechnung zu tragen, betragen die Investments in die Rohstoffe jeweils lediglich rund 2,5 % des Depotwertes.

MITTELFRISTIGE INVESTMENTS

Wenn wir von mittelfristigen Investments sprechen, muss das nicht bedeuten, dass Positionen eingegangen werden, die dann über alle Höhen und Tiefen hinaus über einen entsprechenden Zeitraum gehalten werden. Wenn sich passende Gelegenheiten bieten, können Positionen auch glattgestellt werden. So geschehen zum Beispiel mit einem Turbo-Optionsschein auf Erdgas, der mit einem akzeptablen Gewinn verkauft werden konnte, bevor der Kurs wieder nachgab. Sollten die Preise wieder anziehen, können wir jederzeit erneut eine Position aufbauen.

Solche Verkäufe können auch im Kontext zu anderen Positionen gesehen werden. Ein Beispiel: Die Investition in Aluminium und Erdgas korreliert in Teilen. Steigt der Preis für Energie, kann auch der Preis für Aluminium steigen. Trennt man sich zu einem sinnvollen Zeitpunkt von einer der beiden Positionen, hat dies Ähnlichkeit mit einer Teilglattstellung einer Position zur Absicherung von bereits erzielten Gewinnen. Tatsächlich kompensiert der Gewinn aus dem Verkauf der Erdgas-Position nahezu den gesamten Betrag, den die vier Rohstoff-Positionen aktuell unter Wasser stehen.

KURZFRISTIGE PERFORMANCE-BOOSTER

Auch für das „schnelle Geld“ gibt es Handelsansätze, die wir nutzen, wenn sie sich uns bieten. Die gehandelten Instrumente sind hier meistens Derivate auf Aktientitel. Wer in der Historie des wikifolios ein wenig sucht, wird feststellen, dass der Wunsch nach dem besagten schnellen Geld auch immer mit dem Risiko des schnellen Verlustes behaftet ist. Wir wissen das und kalkulieren es ein. Auch hier geht es darum ruhig schlafen zu können, auch wenn dies oft nur wenige Nächte betrifft.

Für diese kurzfristigen Positionen werden meistens Turbo-Optionsscheine mit einem hohen Hebel genutzt. Auch hier geht Sicherheit vor Ertrag. Zum Erreichen von Sicherheit gehört zum Beispiel ein klar kalkulierbares Risiko. Turbo-Optionsscheine lassen sich klar kalkulieren. Durch eine fest definierte Knock-Out-Schwelle ist das Risiko zuverlässig zu beziffern. Der mögliche Verlust entspricht immer dem Kaufpreis der Turbo-Optionsscheine. Durch einen hohen Hebel lässt sich der Kaufpreis stark reduzieren, sodass in den meisten Fällen ein Einsatz von maximal rund 0,5 Prozent des Depotwertes für eine solche Position ausreicht, um dem möglichen Verlust einen möglichen signifikanten Gewinn bezogen auf das Depotkapital gegenüberstellen zu können.

STABILITÄT IST UNS WICHTIG

Performance ist wichtig. Noch wichtiger ist aber Stabilität im Depot. Und damit kommen wir wieder zum Anfang des Artikels. Ein „All In“ ist nur selten dafür geeignet Stabilität und Kontinuität zu erzielen. Wir sind momentan eher konservativ unterwegs und investieren unter anderem in so „langweilige“ Dinge wie inflationsgebundene Anleihen. Wir wissen, dass wir hierdurch in einem vorerst noch weiter steigenden Markt etwas Performance verpassen. Andererseits können wir ruhig schlafen und können die Entwicklung gelassen beobachten, bevor wir eine Entscheidung für das Depot treffen.

Und nicht vergessen: Dank der Möglichkeit Derivate in unserem wikifolio handeln zu können, können wir auch von fallenden Märkten profitieren…

 

Dann wollen wir mal…

Vor einiger Zeit kündigten wir den Start unseres neuen wikifolios „Unlimited Opportunities“ an. Wie es immer so ist, können tausend Dinge zwischen Dir und Deinem Ziel stehen. Bei uns war es zuletzt das Hochwasser, das unseren Fokus für ein paar Wochen in eine komplett andere Richtung zwang. Bis auf einen überschaubaren und planbaren zukünftigen Zeiteinsatz sollte aber auch die Baustelle erst einmal geschlossen sein. Ab jetzt geht der Blick wieder auf die Charts anstatt auf die Lagekarte…

Momentan ist es nicht einfach das Depot „mal eben so“ zu füllen. Zu viele Unwägbarkeiten stehen im Raum. Zieht die Konjunktur doch nicht so stark an wie erwartet? Werden Anleihekäufe zukünftig reduziert? Stehen vielleicht doch schon bald Zinserhöhungen an? Wird ein politisches Linksbündnis der Wirtschaft schaden? Fragen über Fragen.

Korrektur voraus?

Hinzu kommt eine gefährliche Gemengelage im Sentiment. Investoren und Anleger sind investiert und warten auf weitere Gewinne. Es wird also im Moment mangels weiteren liquiden Mitteln sowohl wenig gekauft, als auch in Erwartung weiterer Gewinne wenig verkauft. Ablesbar ist das am aktuell niedrigen Handelsvolumen und dem geringen Anteil an Put-Optionen, mit denen Investoren ihre Investments gewöhnlich absichern. Andererseits weiß man aber auch, dass bedingt durch die oben genannten Unwägbarkeiten eine Korrektur anstehen könnte. Wird hier auf der Verkäuferseite eine „kritische Masse“ erreicht, kann diese Korrektur sehr deutlich ausfallen, weil die Mehrzahl der Börsenteilnehmer versuchen wird ihre bisherigen Gewinne nicht wieder abzugeben und deshalb ihre Positionen glattstellen wird – vor allem dann, wenn auf eine Absicherung der Positionen mittels Optionen verzichtet wird.

Stabile Trends bei geringer Volatilität

Für mittelfristig angelegte Aktienpositionen ist das keine gute Basis. Dennoch gibt es Möglichkeiten in diesem Bereich zu investieren. Wichtig ist hier die Auswahl der Titel. Auch in einem Korrekturmarkt finden sich immer wieder Titel, die weniger betroffen sind oder sich schneller erholen. Eine gute Grundlage bietet der Blick auf Unternehmen, deren Geschäftstätigkeit sich in starken Trends und Megatrends wiederfindet.

Wir erachten zwei dieser Trends als chancenreich und haben jeweils eine erste Position in den Bereichen Halbleiter und Wasser aufgebaut.

Globaler Halbleitermangel

Der aktuelle Chipmangel wird sich voraussichtlich bis weit in das kommende Jahr erstrecken. Weitere Fertigungsanlagen sind zwar in Planung bzw. im Bau, die Errichtung dieser Anlagen ist aber teuer und zeitintensiv. Während Chip-Produzenten zwar nicht ad-hoc ihre Produktion erhöhen können, profitieren sie doch von den steigendenden Preisen. Durch sich ebenfalls erhöhende Preise für die Rohstoffe ist dieser Mehrertrag jedoch limitiert. Etwas „einfacher“ haben es da die Zulieferer und Ausstatter, die die Technologie für die Fertigung der Chips zur Verfügung stellen. Sie profitieren von den Investitionen in neue Fertigungsanlagen.

Die Global Player in diesem Markt sind bekannt, sowohl bei den Fertigern, wie auch bei den Ausstattern. Auch hier gibt es aber gelegentlich unterschiedlich dynamische Entwicklungen. Glätten kann man das durch ein Investment in einen geeigneten ETF. Wir haben uns für den VanEck Vectors Semiconductor UCITS ETF entschieden. Dieser spannt seinen Investmentradius noch etwas weiter und investiert in Halbleiter-Elektronik und Halbleiter-Ausstattung. Zu den Top-Investments gehören unter anderem Nvidia, ASML, Taiwan Semiconductor, Intel, Qualcomm und AMD.

Wasseraufbereitung und Wasserinfrastruktur

Wasser ist einer der wichtigsten Rohstoffe unseres Planeten und gewinnt auch aufgrund des Klimawandels zunehmend an Bedeutung. Auch bei einem Investment in Wasser kann man sich einzelner Titel bedienen oder eines börsengehandelten Indexfonds.

Entschieden haben wir uns für den Lyxor World Water (DR) UCITS ETF. Die Geschäftsmodelle der Top-Investments dieses ETFs sind bekannt. Neben einigen namenhaften US-Unternehmen aus den Bereichen Wasser- und Abwasserinfrastruktur, Wasseraufbereitung und weiterer individueller Services für den privaten und gewerblichen Verbraucher finden sich hier auch europäische Unternehmen wie der Sanitärtechnikanbieter Geberit und der Umweltdienstleister Veolia Environnement.

Mittelfristiger Handelsansatz und Diversifizierung

Die bis jetzt gekauften Positionen können in der Zukunft noch aufgestockt werden. Insbesondere der Bereich Wasser ist aus unserer Sicht recht risikoarm und wenig volatil. Bei der Entscheidung Einzeltitel versus ETF fiel unsere Wahl auf die ETFs, da diese von Hause aus eine breite Diversifizierung mit sich bringen.

Einzeltitel könnten zwar zu einer besseren Performance führen, bringen aber auch ein höheres Risiko mit sich. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass wir diese Position mittelfristig halten wollen, ist uns die Diversifizierung und die Reduzierung des Risikos und der Volatilität wichtiger als das letzte Prozent Performance.

Auf der Zielgeraden…

Von der Straddle-Front gibt es leider nach wie vor nichts Neues zu berichten. Die Delta-Verschiebung, die den Emittenten in hoch dynamischen Marktphasen half ihre Risiken im Rahmen zu halten, scheint sich auf Dauer durchzusetzen. Aus Sicht der Emittenten ist das verständlich. Für uns ist es maximal ärgerlich, da ein Straddle unter diesen Bedingungen deutlich an Schlagkraft einbüßt. Da Ärger auf Dauer aber nicht gut für die Gesundheit ist und da uns kreatives Denken viel mehr Freude bereitet, haben wir uns „einfach“ etwas neues ausgedacht…

Da wir ausgewiesene Freunde von Derivaten sind, basiert selbstverständlich auch unsere zweite Strategie auf dem Einsatz von Optionsscheinen. Es gilt immer noch der Satz „Warum eine Aktie kaufen, wenn es dafür einen geeigneten Optionsschein gibt?“. Diesem Motto bleiben wir treu, da der verantwortungsvolle Einsatz von Derivaten viele Vorteile gegenüber einem reinen Aktieninvestment bietet. Das exakte Setup der Strategie werden wir in einem späteren Beitrag beschreiben. Heute gibt es als „Appetithäppchen“ erst einmal nur ein paar Eckdaten.

Unbegrenzte Chancen bei begrenztem Risiko

Unserer Strategie wird den treffenden Namen „Unlimited Opportunities“ tragen und bietet in der Tat unbegrenzte Chancen. Zum Einsatz können nicht nur klassische Optionsscheine, sondern auch Turbo-Optionsscheine und Faktorzertifikate kommen. Genutzt wir das gesamte Derivate-Universum der Societé Generale.

Oberstes Gebot ist – dafür sollten sie uns kennen – die Risikokontrolle. Diese kann nicht nur dadurch erreicht werden, dass Hebel und Positionsgrößen entsprechend skaliert werden. Auch die Verwendung von weniger volatilen Basiswerten dient diesem Zweck. Aus diesem Grund blicken wir bei Unlimited Opportunities nicht nur auf üblicherweise volatile Einzeltitel, sondern handeln zum Beispiel auch Derivate auf Sektorindizes. Insbesondere in Trendphasen kann hier eine Glättung der Volatilität des Depots und eine Verringerung des Risikos erreicht werden.

Weitere Erkenntnisse für sinnvolle Einstiege in Einzeltitel bietet die Betrachtung der Unternehmen, die in einem identischen Sektor angesiedelt sind. Durch Korrelations-Charts lässt sich hier die unterschiedliche Entwicklung der Einzeltitel beurteilen. In Addition mit dem aktuellen Sentiment und weiteren fundamentalen Daten können die Titel differenziert bewertet werden. Dieser Filter unterstützt uns bei der Abgrenzung von aussichtsreichen und weniger aussichtsreichen Chancen.

Korrelationseffekte erstrecken sich aber auch über unterschiedliche Anlageklassen. Der Blick auf die Zinsen, die Anleiherenditen oder auf die Euro-Entwicklung können für die Antizipation der zukünftigen Entwicklung eines Sektors ebenso hilfreich sein, wie die Berücksichtigung eventueller Inflationssorgen und der Maßnahmen der Zentralbanken. Auch hier ist der Name Programm: Unlimited Opportunities!

Handarbeit statt Autopilot

Alles ganz einfach? Na klar…wir schütteln uns sowas dreimal täglich einfach aus dem Ärmel. Spaß beiseite: Auch wenn man im Umgang mit Derivaten über eine gute Expertise verfügt, ist die Entwicklung einer Strategie vom ersten Gedanken bis zum Rollout harte Arbeit. Da alles was wir machen echtes Handwerk ist, gibt es keine Möglichkeit des automatischen Backtestings.

Auch wir bedienen uns selbstverständlich technischer Hilfsmittel zur Evaluierung geeigneter Basiswerte und Handelsmöglichkeiten. Dies erfolgt aber weniger durch die Verwendung klassischer Indikatoren, als vielmehr durch das Schaffen eigener, exakt auf die Strategie zugeschnittener Werkzeuge. Das zugrunde liegende Regelwerk muss formuliert und programmiert werden. Diese Werkzeuge treffen aber keine Handelsentscheidung. Sie lenken lediglich den Blick auf interessante Situationen, sodass aus den mehreren hundert Titeln sofort diejenigen herausstechen, die eine genauere Betrachtung wert sind und in denen es nach weiterer Analyse sinnvoll erscheinen könnte eine Position einzugehen. Erst wenn genug Positionen gehandelt wurden, kann festgestellt werden an welcher Schraube noch gedreht werden muss, um das Ergebnis noch weiter zu verbessern. Dieser Mess- und Regelprozess kann sich über mehrere Monate hinziehen.

Ziel in Sicht!

Da wir im Moment des Rollouts eine tragfähige Strategie vorweisen wollen, bedarf es eines angemessenen Entwicklungs- und Dokumentationszeitraumes. Die Entwicklung nähert sich jetzt ihrem Ende und Unlimited Opportunities befindet sich auf der Zielgeraden.

Momentan befinden wir uns in der Dokumentationsphase. Dies beinhaltet auch das Handeln einiger Positionen nach Vorgabe des Regelwerkes über einen repräsentativen Zeitraum. Zum einen führt das dazu, dass das wikikifolio-Musterdepot im Moment der Veröffentlichung nicht jungfräulich erscheint und zum anderen bietet es Ihnen die Möglichkeit bereits am Tag der Veröffentlichung eine eigene Auswertung der von uns gehandelten Positionen vorzunehmen.

Nach Monaten der Entwicklung sind wir zuversichtlich, dass wir Unlimited Opportunities in den nächsten Wochen veröffentlichen können. Wir halten Sie weiter auf dem Laufenden!