Unser Handelstag | 03.12.2019

Wenn das Gesamtbild unklar ist…
Tagesergebnis: -0,31 %

…muss man Feierabend machen! Ursprünglich waren wir heute durchaus positiv gestimmt. Nach dem übergeordneten Rücksetzer gestern standen die Chancen für eine Erholung gut.

Für unseren Handel berücksichtigen wir zwar die individuelle Entwicklung einzelner Titel, die „Großwetterlage“ steckt aber doch regelmäßig den Rahmen für unsere übergeordnete Marktmeinung ab. Heute hätten wir ein Long-Szenario bevorzugt. Die Kursanstiege vollzogen sich in den meisten Titeln unmittelbar nach Markteröffnung.

Entsprechend unserem Setup warten wir dann auf Rücksetzer, um einen Einstieg in eine weitere Aufwärtsbewegung zu erhalten. Hierbei setzen wir auf Einstiegsmarken, von denen aus eine gewisse Dynamik für die weitere Kursentwicklung zu erwarten ist. Dies ermöglicht es uns einerseits die Positionen schnell mit einem positiven Vorzeichen zu versehen, andererseits erlaubt es uns knappe Stop-Losses zu setzen und dadurch ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) zu erzielen.

Die heutigen Einstiege in HeidelbergCement und E.ON sahen anfangs gut aus, die Positionen entwickelten sich wie gewohnt zügig von ihren Einstandskursen in die richtige Richtung. HeidelbergCement hatte auch gestern schon gezeigt, wohin der Kurs möchte, bevor der allgemeine Einbruch kam. Auch E.ON sollte sich genug nach unten abgekämpft haben, um auf unserem Einstiegsniveau Dynamik nach oben entwickeln zu können.

Nach der Anfänglich guten Entwicklung legte HeidelbergCement jedoch den Rückwärtsgang ein und korrigierte erneut. Hierbei wurde unser Stop-Loss-Level erreicht und wir mussten die Position glattstellen.

E.ON korrigierte zwar nicht so hart, pendelte aber immer wieder um seinen Einstand. Je länger diese Seitwärtsbewegung anhält, umso unkalkulierbarer wird die Richtung der anschließenden Bewegung. Dieses Verhalten ist bei E.ON immer wieder zu beobachten. Sofern der Kurs nicht von Nachrichten oder übergeordneten Entwicklungen getrieben wird, gleicht die Wahrscheinlichkeit für die eine oder andere Richtung einem Münzwurf. Darauf wollten wir nicht setzen und stellten die Position zum Einstandskurs glatt.

Hätten die Positionen früher oder später geschlossen werden sollen, um sich die Verluste zu ersparen? Nein. 

Die Positionen beim ersten Anzeichen von Gewinnen aus dem Markt zu nehmen verschafft einem Händler zwar temporär ein „gutes Gefühl“, ist aber absolut nicht zielführend. Der Profi weiß, dass dies auf Dauer zu Verlusten führt, weil bei einem schlechten CRV kleine (realisierte) Gewinne großen (möglichen) Verlusten gegenüber stehen. Die Trefferquote, die ein Funktionieren einer solchen Strategie erfordern würde, wäre kaum zu realisieren. Den Ausgang des Münzwurfes abzuwarten und auf eine positive Entwicklung bis zum Handelsende zu hoffen, hätte auch nicht zum Erreichen der Zielmarken geführt, die Positionen wären zwischenzeitlich aber deutlich stärker in den Verlust gelaufen. Beide möglichen Wege sind für uns ohnehin inakzeptabel und entsprechen nicht unserem Risikomanagement.

Der aktuelle Blick auf die Charts zeigt, dass Long-Positionen nach der Markteröffnung im Laufe des Handelstages nur in sehr seltenen Fällen mit einem guten CRV möglich gewesen wären. Vermutlich wird der Markt nun doch wieder tendenziell nach unten drehen. Die Gegenrichtung bietet aber derzeit auch keine klaren Einstiege, da sich unter stochastischer Betrachtung die Kurse gerade irgendwo im Mittelfeld bewegen. Dass hier heute noch gute Marken auf der Oberseite angelaufen werden, die dann bis zum Handelsschluss noch genug Dynamik bringen können, um profitable Short-Positionen zu platzieren, ist unwahrscheinlich. Feierabend für heute…