Die Börsenampel

In den vergangenen Tagen hörte man immer wieder von der Börsenampel. Gerne wird behauptet diese sei grün. Ist das wirklich so?

Die Meinungen der Gelehrten gehen hier auseinander. Die eine Seite zählt die Risiken auf, kratzt sich verwundert am Kopf und fragt sich warum der DAX nicht schon wieder bei 10.000 Punkten steht. Die andere Seite blendet mit erfolgreicher selektiver Wahrnehmung alle Störfakoren aus und wirft gewollt oder teils auch gezwungenermaßen weiter Geld in die Musikbox.

Der Long-Investor hofft, dass die Party weiter geht und tupft sich gelegentlich den Angstschweiß von der Stirn. Der „Shorty“ wetzt sein Messer und wartet auf seine Gelegenheit. Wer wird am Ende belohnt werden?

Ich bin ein Freund der Charts. Denn in den dort abgebildeten Kursen sind alle Hoffnungen und Ängste manifestiert. Der Blick auf den heutigen Tages-Chart (Zeitintervall 1 Tag pro Kerze) des DAX zeigt über acht Tage eine massiv lustlose Seitwärtsphase, wie sie in dieser Ausprägung nur sehr selten vorkommt. Täglich bietet sich das selbe Bild: Ein verhaltener Start mit anschließenden Intraday-Gewinnen die entweder noch am selben Tag oder am Folgetag wieder einkassiert werden. Auch heute wurde ein Kursgewinn von über 1,2 Prozent am Ende des Handelstages nahezu komplett zurück genommen.

Die Berichterstattung über die tägliche Markteinschätzung könnten die Nachrichtenagenturen mittlerweile mit vorgefertigten Textbausteinen optimieren – wer weiß, vielleicht machen die das ja sogar!

Um zur Börsenampel zurück zu kommen: Grün sieht anders aus!

Was ist die Lehre daraus? Die Musik spielt noch. Der mittelfristig orientierte Anleger kann erst einmal weiter tanzen – es könnte sich aber als sinnvoll erweisen, sich dabei schon mal Richtung Ausgang zu bewegen. Die kurzfristig orientierten Händler müssen genauer auf die Charts schauen als je zuvor, um bestmögliche Ein- und Ausstiege erkennen zu können. Aus eigener Erfahrung muss ich leider gestehen, dass sich dies aktuell einfacher anhört, als es in der Ausführung tatsächlich ist. Jeder, der Intraday-Charts nicht nur am Tagesende auswertet, sondern auch innerhalb des Handelstages Entscheidungen treffen muss, weiß sicher wovon ich rede.

Der Einsatz von Hebelprodukten erfordert zusätzliche Disziplin, da Fehler sehr schnell sehr teuer werden können, wenn es an besagter Disziplin mangelt. Der wichtigste Baustein ist ein konsequentes Risikomanagement!

Wie schon so oft erwähnt, ist es egal, ob die Börsenampel Grün oder Rot anzeigt. Allerdings wäre es schön, wenn die Lampen nicht nur immer kurz flackern würden, sondern sich mal für eine Farbe entscheiden könnten.