Unser Handelstag | 11.09.2019

Es hätte einfacher sein können.
Tagesergebnis: +0,06 %

Die Herausforderung der letzten Tage besteht darin, einen geeigneten Einstieg zu finden.

Der Blick auf die aktuellen Charts zeigt , dass der DAX seit mehreren Tagen aufwärts läuft. Da sollte man doch Gewinne machen können. Ja, kann man. Aber dazu müssten wir uns entweder am Vortag positionieren oder die Positionen einfach über mehrere Tage im Markt halten. Beides sorgt nicht nur für Chancen, sondern auch für nicht kalkulierbare Risiken.

In einem dynamischen Short-Markt ist dieses Risiko überschaubar. Auf der Long-Seite birgt es aktuell aber die große Gefahr von überraschenden Rückschlägen. Deshalb suchen wir uns unsere Einstiege wie üblich innerhalb des Handelstages. Gute Einstiege zu finden, wenn der Markt regelmäßig mit einem Aufwärts-Gap öffnet ist schwer, da wir nicht in die Bewegung hinein handeln, sondern auf angemessene Rücksetzer warten, bevor wir eine Position aufbauen. Gibt es keinen Rücksetzer, gibt es keinen Einstieg.

Zugegeben: Die eine oder andere Möglichkeit hätte man mit Blick nach hinten nutzen können. Der Erfolg wäre aber oft davon abhängig gewesen, dass ein Titel neue, deutlich höhere Hochs macht oder Widerstandsmarken nach oben einfach durchstößt. Da wir darauf nicht setzen, müssen wir einen Einstieg finden, dessen Risiko nach unten begrenzt ist und dessen Ziel klar definiert ist.

Das führt uns zu unserer heutigen Position in E.ON. Am Vortag eröffnete der Titel mit einer Abwärtsbewegung, welche er im weiteren Verlauf zügig kompensierte. Ein ähnliches Szenario war unser heutiges Ziel.

Nach der morgendlichen Abwärtsbewegung wurde frühzeitig eine Long-Position eingegangen. Frühzeitig deshalb, weil die untere rote Linie durchaus noch erreicht werden konnte. Dies geschah auch. Das Chance-Risiko-Verhältnis wies eine mögliche Bewegung nach unten von -0,43 % aus, nach oben ein mögliches Ziel von +1,05 und war damit positiv.

Im Gegensatz zu gestern fehlte dem Titel jedoch die Dynamik bei der anschließenden Aufwärtsbewegung. Das veranlasste uns dazu, die Position mit einem kleinen Gewinn nach einer Haltedauer von fast viereinhalb Stunden endlich zu erlösen.

Andere Titel wiesen heute nach dem Einstieg in E.ON ähnliche Muster auf. Da wir aber auch hier eine lustlose Seitwärtsbewegung vermuten konnten, entschieden wir uns gegen einen weiteren Einstieg.

Frei nach dem Motto „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt!“ wären rückblickend die Positionen in den anderen Titeln einfacher und ertragreicher zu handeln gewesen. Und wäre das nicht schon genug, drückt, während ich diese Zeilen Schreibe, auch E.ON nochmal schön nach oben. Vielleicht hätte ich heute morgen meine Kristallkugel ordentlicher polieren sollen.

Spaß beiseite: Freude bereiten solche Tage nicht. Aber Risikoreduzierung geht vor Performance. Das war bisher so und das wird immer so bleiben.

Cash ist ohne Risiko!

Manch ein Beobachter mag sich vielleicht schon die Frage gestellt haben ob wir im Urlaub sind. Nein. Wir haben täglich den Finger am Puls des Marktes.

Allerdings fühlen wir uns bei der aktuellen Gemengelage nicht wohl. Einerseits hat sich in den letzten Tagen die Volatilität verringert, andererseits bestehen einige latente Risiken, die zu unerwarteten Ausschlägen in die eine oder andere Richtung führen können. Erwähnenswert sind hier Schlagwörter wie Brexit, Handelskrieg, Hongkong, Zinsen, Konjunktur oder Rezession. Dass Italien seit 1945 jetzt die 66. Regierung bildet, fällt da kaum noch ins Gewicht. Die Italiener sind wohl auch eher kurzfristig unterwegs, das ist nichts Neues.

Zinsveränderungen und Konjunkturdaten unterschiedlicher Güte gibt es laufend. Auch Brexit und Handelskrieg begleiten uns schon eine ganze Weile. Die Summe von allem macht derzeit jedoch einige Marktteilnehmer nervös oder sorgt zumindest für Zurückhaltung. Wird eine Baustelle geschlossen, bedeutet das noch lange nicht eine nachhaltig positive Perspektive.

Dennoch muss trotz latenter Risiken das billige Geld irgendwo untergebracht werden. In Ermangelung sinnvoller Alternativen fließt es in den Kapitalmarkt. Auch Kapitalsammelstellen, wie zum Beispiel Versicherungsunternehmen, müssen eingesammeltes Geld in teils beachtlichen Beträgen investieren.

Während also einige Punkte für mögliche und deutliche Kursrückschläge sprechen, besteht durch den zwangsweisen Kapitalzufluss trotzdem Potential nach oben – und das alles bei verringerter Volatilität in einem kurzfristigen Seitwärtsmarkt. Eine verzwickte Lage.

Ich werde nicht müde zu betonen, dass Sicherheit unser oberstes Gebot ist. Mit Derivaten können Verlustpositionen nicht ausgesessen werden. Deshalb prüfen wir unsere Chancen vor jedem Einstieg. Ist die Wahrscheinlichkeit für die von uns antizipierte Bewegung hoch genug? Ist das Kursziel ausreichend und realistisch? Steht der mögliche Gewinn im Verhältnis zum möglichen Verlust? Wie lange wird die voraussichtliche Haltedauer sein? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für unerwartete Kurskorrekturen während der Haltedauer?

Kommen wir bei der Beantwortung dieser Kernfragen nicht zu einem akzeptablen Ergebnis, gehen wir keine Position ein. Aktuell können wir die erste Frage nach wie vor meistens positiv beantworten. Wendemarken sind und bleiben Wendemarken. Knappe Kursziele bei einer Haltedauer von mehreren Stunden mit dem Risiko zwischenzeitlicher, markanter Korrekturen führen aber letztendlich in den meisten Fällen zu einer Entscheidung gegen eine Positionierung.

Ist das schlecht für das Depot? Nein. Das Gegenteil ist der Fall. Der Blick auf das Bild zu diesem Beitrag zeigt, dass der DAX seit unserem letzten aktiven Handelstag knapp 2,5 % gewonnen hat, während er zwischenzeitlich ebenso viel verloren hat.

In anderen Märkten und auch in vielen Einzeltiteln sieht das ähnlich aus. Deshalb treten auch andere wikifolios, die nicht in Derivate investieren, derzeit nahezu auf der Stelle. Allerdings mit einem wichtigen Unterschied: Die meisten wikifolios sind fortwährend mit dem gesamten Kapital im Markt investiert. Sie nutzen hiermit zwar die Chance auf Gewinne, bieten aber auch jederzeit Angriffsfläche für Rückschläge. Im Moment „geht alles noch mal gut“. Aber was erwartet uns zukünftig? Dass das auch ins Auge gehen kann, belegt die Vergangenheit mit Drawdowns von teilweise 20 % und mehr und  monate- oder jahrelangen Erholungsphasen.

In den letzten Tagen haben wir auf – für ein Derivate-Portfolio – marginale Gewinne verzichtet und das Kapital keinem Risiko ausgesetzt. Unser Ziel hat sich nicht geändert: Kurzfristige Gewinne bei geringem Risiko. Damit beabsichtigen wir uns auch zukünftig von unseren Wettbewerbern abzusetzen.

August 2019

Gute Performance bei geringem Risiko. Das ist der Plan und das ist auch das Ergebnis!

Monatsergebnis: +9,2 %

Am 9. August starteten wir mit diesem wikifolio, als Ersatz für das bisher existierende wikifolio „Newstrading mit Aktien“, welches ausschließlich die Long-Seite bedienen konnte.

Die Entscheidung für ein Derivate-Depot, welches sowohl von steigenden, wie auch von fallenden Märkten profitieren kann, war genau richtig. Fast alle Gewinne wurden auf der Short-Seite eingefahren. So fällt das Outperformen eines Index deutlich leichter. 

Unsere wichtigste Regel, um Verlustrisiken zu vermeiden, ist, dass wir nur handeln, wenn wir eine klare Marktmeinung haben. So kommt es zu einigen handelsfreien Tagen. Während dieser Zeit ist das wikifolio 100 % in Cash. Politische oder konjunkturelle Verwerfungen sind dann keine Bedrohungen für das Kapital.

Im August waren wir an acht Kalendertagen im Markt. Die Haltedauer aller Positionen beläuft sich in Summe auf lediglich rund 72 Stunden. Der August hat 744 Stunden. Das bedeutet, dass wir nur 9,7 % der möglichen Zeit tatsächlich im Markt waren. Oder im Umkehrschluss, dass das wikifolio zu über 90 % der Zeit absolut sicher im Cash war!

Trotz der kurzen Zeit im Markt erzielten wir ein Ergebnis von 9,2 % Wertzuwachs bei nur 3,5 % maximalem Drawdown.

Getragen wurde dieses Ergebnis insbesondere von zwei Handelstagen. An diesen Tagen war „klar“ wohin die Reise geht. Darüber hinaus gab es im August viel Volatilität in einem überwiegend politisch getriebenen Seitwärtsmarkt, der oft keine klaren Schlüsse zuließ.

Gestern schloss der DAX über 11.800 Punkten. Wie bereits in einem anderen Blog-Beitrag geschrieben, wird sich jetzt zeigen, ob wir doch vorerst wieder in einen Long-Markt drehen. Derzeit sieht es fast so aus. Wenn die Marktrichtung, unabhängig von der detaillierten Entwicklung einzelner Titel, etwas klarer wird, werden wir zukünftig neben den Einzeltiteln auch wieder vermehrt in Derivate auf den DAX investieren. Das bringt keine Performance-Sprünge, wie sie an dynamischen Tagen mit glasklarer Richtungsvorgabe zustande kommen, wird aber auf alle Fälle für eine gute Basis-Performance sorgen. Dynamische Tage, die das Ergebnis noch deutlich verbessern, wird es aber auch immer wieder geben.

Wir blicken also auf einen guten und nach Plan verlaufenen Monat August und freuen uns auf einen arbeits- und chancenreichen September…

Weiter short | 28.08.2019

Der DAX weiß momentan nicht so recht wohin er will.

Die gestrige Entwicklung stimmte uns moderat zuversichtlich, dass heute vielleicht ein paar kleinere Long-Chancen zu erwarten wären. Aber einmal mehr zeigt der DAX, dass er von einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung meilenweit entfernt ist. Die fundamentale Realität scheint sich durchzusetzen.

Dementsprechend sahen heute auch die Charts der einzelnen Titel aus. Nach der anfänglichen Abwärtsbewegung gab es eine kurze Erholung, die in den meisten Fällen mit nur einer einzigen M10-Kerze fast vollständig wieder einkassiert wurde. Der dann stagnierenden Seitwärtsbewegung folgte ein weiterer Abwärtsimpuls.

Eine Ausnahme stellte heute unter anderem Beiersdorf dar. Der Titel wurde von der US-Bank JPMorgan auf ihre „European Best Equity Ideas“-Liste gesetzt und zur Übergewichtung empfohlen. Meldungen dieser Art führen zwar mittelfristig zu Kurszuwächsen, kurzfristig sind in einem angeschlagenen Markt aber dennoch Rücksetzer möglich. Kein klares Setup für ein Intraday-Long-Engagement.

Unsere möglichen Long-Einstiegsmarken wurden in fast allen Titeln erreicht. Eine Position eröffneten wir aber nicht. Wir folgen nicht blind einem Regelwerk oder setzen Limit-Orders auf vermeintlich gute Marken. Wir beobachten den Markt und prüfen vor jedem Einstieg die Rahmenbedingungen. Sind diese nicht „klar“, gibt es keinen Einstieg. Dies führt zu einigen Tagen ohne Handel und manchmal sogar zu verpassten Chancen. Aber noch viel öfter schützt es das wikifolio vor hohen Risiken und unnötigen Verlusten.

Schließt der DAX auf Tagesbasis unter dem Tief vom 26. August, wird es spannend. Fällt er unter 11.300 Punkte, wird es zu einer dramatischen Dynamik kommen. Das sind die Tage auf die wir zielen. Hier können mit klaren Bewegungen und ohne überzogenes Risiko ganze Monatsergebnisse eingefahren werden.

Wir verharren also auch heute an der Seitenlinie und warten die weitere Entwicklung ab. Die Marken für die nächsten „kleinen“ Short-Einstiege im Tagesgeschäft sind gesetzt.

Trendwende? | 27.08.2019

Steht für die nächsten Tage eine kurzfristige Trendwende bevor?

Unser täglicher „Arbeits-Chart“ ist der 10-Minuten-Chart. Hier läuft der DAX aktuell seitwärts, mit leichter Tendenz nach oben. Auch in den Tagen zuvor war das Chartbild von einer Seitwärtsbewegung geprägt. Eine Unterbrechung kam lediglich durch die kurzfristige Verschärfung des Handelskriegs zwischen den USA und China zustande.

Seit gestern ist eine Aufwärtstendenz zu erkennen. Heute wurde die gestrige Intraday-Marke bei etwa 11.700 Punkten nach oben durchbrochen. Von dem letzten Tief ging es somit erst einmal rund 350 Punkte nach oben. Es ist jedoch fraglich, ob der Index diese Richtung beibehalten wird oder ob er lediglich das wieder aufholt, was er zuvor an Boden verloren hat.

Auch wenn die Gefahr der Verschärfung des Handelskrieges zunächst abgewendet scheint und weitere Gespräche zwischen den Kontrahenten avisiert sind, so sprechen doch die Konjunkturdaten gegen eine begründete Erholung.

Die nächste spannende Marke liegt bei knapp über 11.800 Punkten. Hier sollte sich entscheiden ob wir in ein Long-Szenario laufen oder nicht.

Wir bleiben weiter vorsichtig und halten die Augen offen. Einzelne DAX-Titel liefern immer mal wieder mögliche Einstiege, sowohl long als auch short. Das Chance-Risiko-Verhältnis definiert sich aber immer über den übergeordneten, kurzfristigen Trend. Solange dieser nicht klar erkennbar ist, halten wir unser Pulver trocken und gehen keine unnötigen Risiken ein.