30.04.2020 | DAX® 30 (10.800)

Die zweite Position, bei der wir heute einen Gewinn realisiert haben, platzierten wir vor zwei Tagen, am 28.April. Durch die Glattstellung realisieren wir den Buchgewinn und vermeiden, dass der bisher erzielte Gewinn wieder abgegeben wird.

Positioniert haben wir uns bei 10.810 Punkten im DAX®. Im Artikel zum ebenfalls heute glattgestellten 10.600er Straddle haben wir bereits die weiter fallende Volatilität beschrieben. Was dort zu einem temporären Verlust führte, ermöglichte uns für den Straddle bei 10.810 Punkten einen günstigeren Einkauf. Denn auch die beiden, für diesen Straddle verwendeten, Optionsscheine hatten am Tag vor unserem Kauf durch die fallende Volatilität an Wert verloren.

Der DAX setzte seine Reise nach oben fort. Die Bewegung am 29. April führte nach Handelsschluss bis über 11.200 Punkte. Auch wenn für das Schließen der Kurslücke vom 9. März noch eine weitere Bewegung von rund 250 Punkten denkbar gewesen wäre, entstehen nach einer solchen Bewegung oft erst einmal Risiken. Im besten Fall tritt nur eine Verschnaufpause ein. Das kostet etwas Volatilität und baut ein wenig von den bereits erzielten Gewinnen ab.

Schlimmer kommt es, wenn ein Rücksetzer erfolgt, der den Kurs des Basiswertes bis zum Einstiegsniveau herunter drückt aber dann nicht genug Kraft hat weiteren Abwärtsdruck aufzubauen. Für unseren Straddle heißt das: Ein Rücksetzer auf 10.800 Punkte lässt uns alle Gewinne wieder abgeben. Um wieder nennenswert in den Gewinn zu kommen, müsste der Kurs weitere 400 bis 500 Punkte fallen. Fällt der Kurs nicht weiter und dreht er an der 10.800 wieder nach oben, dann ist für das spätere Erreichen der jetzt bereits erzielten Gewinne wahrscheinlich eine höhere Marke als 11.200 Punkte erforderlich.

Die Laufzeit der Optionsscheine würde dieses ohne Probleme zulassen. Auch wenn wir überwiegend kurzfristig im Markt sind, sind wir durch die lange Laufzeit sehr gut abgesichert, falls uns ein solches Szenario einmal unbeabsichtigt trifft oder eine Fehleinschätzung dazu führt.

In diesem Fall haben wir die Chance genutzt und die Gewinne mitgenommen. Es kann sein, dass wir im Nachhinein feststellen müssen, dass es besser gewesen wäre noch eine Weile im Markt zu bleiben, um von eventuell weiter steigenden Kursen zu profitieren. Hierfür gibt es aber eine viel elegantere Lösung: Anstatt einfach im Markt zu bleiben und der Hoffnung auf weiter steigende Kurse die bereits erzielten Gewinne möglicherweise zu opfern, wird der erzielte Buchgewinn realisiert. Gleichzeitig positionieren wir uns mit einem neuen Straddle auf einem höheren Niveau bei 11.200 Punkten.

Was erreichen wir dadurch? Läuft der Kurs abwärts, verliert der neue Straddle aufgrund der aktuellen Delta-Abweichung zunächst etwas an Wert. Wegen des höheren Einstiegs-Niveaus läuft er aber auf dem Weg nach unten deutlich eher in den Gewinn als der 10.800er Straddle. Läuft der Kurs weiter aufwärts, erwirtschaftet der 11.200er Straddle zwar erst einmal weniger Gewinn als der bestehende 10.800er Straddle – aber er erwirtschaftet einen Gewinn. Diese Maßnahme profitiert also von einer weiterhin positiven Kursentwicklung, erhöht die Chance auf Gewinne bei einer Kursänderung nach unten und sichert gleichzeitig den bereits entstandenen Gewinn!

Doch jetzt zurück zum glattgestellten Straddle: Ein weiteres Risiko entsteht, wenn der Kurs nach Handelsschluss weiter nach oben drückt. Das war gestern der Fall. Bei Handelsschluss stand der DAX® bei 10.107 Punkten. Bis zum Ende der Indikation des DAX® durch die Deutsche Bank (DB-DAX) legte er auf 11.239 Punkte zu. Eröffnet der Markt am nächsten Tag auf diesem Niveau, kann es zu Gewinnmitnahmen kommen. Diese können den Kurs erst einmal wieder drücken. Die Auswirkungen auf den Straddle wurden oben beschrieben. Um das zu vermeiden, stellten wir die Position glatt.

Das GVV von 33,5 ist beeindruckend hoch, da der Straddle von Beginn an in den Gewinn lief und der Verlust ausschließlich aus dem Spread bestand. Die Position erzielte einen Gewinn in Höhe von 3,53 %.