04.05.2020 | DAX® 30 (11.200)

Am 30. April positionierten wir uns mit einem Straddle auf den DAX®. Der Ausübungspreis lag bei 11.200 Punkten. Bereits am Tag der Positionierung erfolgte eine deutlicher Kursrücksetzer. Dieser setzte sich in der DB-Indikation des DAX® am 1. Mai fort. Folglich eröffnete der DAX® am Montag schwächer.

Wir konnten in den ersten Stunden des Handels eine höhere implizite Volatilität, insbesondere bei dem Put-Optionsschein beobachten. Nachdem der Kurs sich zu fangen schien, ging die Volatilität wieder zurück.

Die Volatilität hat Einfluss auf das Delta. Durch den Anstieg erhöhte sie zunächst das Delta des Put-Optionsscheines. Obwohl dieser schon weit im Geld war, wies er immer noch ein verhältnismäßig hohes Delta von -0,49 auf. Die Volatilität sorgte für einen Anstieg der Optionsscheinprämie und führte den Straddle in den Gewinn. Eine Überkompensation bei weiteren Verlusten im DAX® würde angesichts des geringen Deltas aber eher mager ausfallen.

Kurze Zeit später sank die Volatilität des Put-Optionsscheines wieder. Hierdurch reduzierte sich das Delta auf -0,56. Zur gleichen Zeit wies der Call-Optionsschein ein Delta von 0,43 auf.

An dieser Stelle galt es eine Entscheidung zu treffen, da jetzt zwei Szenarien möglich waren: Der DAX® konsolidiert und steigt weiter oder er fällt erneut zurück. Bei einem Ansteigen würden wir aufgrund der jetzt wieder vorliegenden Überkompensation durch das Delta des Put-Optionsscheines unsere Gewinne sehr schnell wieder abgeben. Würde der DAX® weiter fallen, würde dieselbe Überkompensation zu einem zügig steigenden Gewinn führen.

Merken Sie etwas? Hier ist eine klare Marktmeinung gefragt und das „Spiel“ heißt doppelt oder nichts.

Da wir nie mit Sicherheit sagen können, mit was uns der Markt als nächstes überrascht und da wir auch keine Spieler sind, bleibt nur eine mögliche Entscheidung: Wir bedanken uns für 3,67 % Gewinn und stellen die Position glatt. Das Zertifikat gewinnt 0,65 Euro an Wert.

Ein DAX®-ETF hätte übrigens im gleichen Zeitraum mehr als 6 % verloren. Szenarien wie dieses verdeutlichen den Mehrwert eines Straddles: Durch die besondere Konstellation von Call-Optionsscheinen und Put-Optionsscheinen, verhindert er nicht nur einen Verlust. Er führt bei Kursverlusten im Basiswert sogar zu einem Gewinn. Im Gegensatz zu einer reinen Absicherungsposition in einem Aktiendepot, führt er aber auch in den Gewinn, wenn der Kurs des Basiswertes weiter steigt.